Rückgang berufsbedingter Hepatitis B- und -C-Infektionen
01.08.2016
Stefanie Zink
Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) meldet, dass die Zahl der berufsbedingten Hepatitis B-Erkrankungen in der Zeit von 2005 bis 2015 um 60 Prozent von 146 auf 57 abgenommen hat. Im gleichen Zeitraum sank auch die Anzahl der Hepatitis C-Infektionen von 168 auf 53.
Professor Dr. Albert Nienhaus, Leiter der Abteilung Arbeitsmedizin und Gesundheitswissenschaften bei der BGW, nennt den verbesserten Schutz vor Nadelstichverletzungen und häufigere Impfungen dafür als Grund. Aber auch neue Hepatitis C-Medikamente verbessern die Heilungschancen bei Infizierten.
Beschäftigte im Gesundheitswesen tragen höheres Risiko
Da Hepatitis B- und -C-Viren durch Blutkontakt übertragen werden, haben Beschäftigte im Gesundheitswesen ein höheres Infektionsrisiko gegenüber der Normalbevölkerung. Durch effektive Prävention können sie sich aber wirksam schützen, indem sie sich gegen Hepatitis B impfen lassen bzw. Sicherheitsregeln beim Umgang mit scharfen Gegenständen, wie Kanülen und Skalpelle, einhalten. Auch die sichere Technik, z.B. durch die Verwendung von Sicherheitskanülen, verringert das Risiko einer durch Blut übertragenen Infektion mit Hepatitis- oder HI-Viren.
Arbeitgeber übernimmt die Kosten für Schutzimpfung
Da es sich bei der Hepatitis B-Impfung um eine arbeitsmedizinisch empfohlene Impfung handelt, übernimmt der Arbeitgeber die Kosten. Gegen Hepatitis C und HIV gibt es dagegen keine Schutzimpfung.
Neue Medikamente gegen Hepatitis C
Auch der Einsatz neuer Medikamente gegen Hepatitis C trägt zu einer besseren Lebensqualität bei Infizierten bei. So konnte in 90 Prozent der Fälle die Viruslast gesenkt werden bei gleichzeitig weniger Nebenwirkungen, so Professor Dr. Nienhaus. Die Folgen einer Infektion mit Hepatitis-Viren können Leberzirrhose und Leberzellkarzinom sein.
Quelle
Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, Hrsg. Presseinformation vom 25.7.2016
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