Grippeimpfstoff: geringere Wirkung
23.02.2015
Thomas Koch
Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) erwarten eine stärkere Grippewelle in Deutschland als in den vergangenen Jahren. Eine der Ursachen: Der Impfstoff wirkt nur eingeschränkt gegen den derzeitigen Subtyp H3N2. Die Experten gehen davon aus, dass der Gipfel der Influenzainfektionen in Deutschland in den nächsten Wochen erreicht wird.
Das Tückische an Influenzaviren ist, dass sie sich ständig verändern. Deshalb muss die Zusammensetzung eines wirksamen Impfstoffes ebenfalls regelmäßig angepasst werden. Impfungen stellen den effektivsten Schutz gegen die Grippe dar. Wie Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschungen berichten, wirkt der Impfstoff in dieser Saison allerdings nur eingeschränkt gegen den derzeit kursierenden Influenza-A-Subtyp H3N2. Infektionsforscher Prof. Carlos Guzmán, der die Abteilung „Vakzinologie“ am HZI leitet, erklärt dazu: „Trotz aller Bemühungen bleibt es schwer, die genauen Influenza-Subtypen, gegen die der Impfstoff wirken muss, so weit im Voraus schon zu bestimmen.“ Klaus Schughart, Leiter der Abteilung „Infektionsgenetik“, erwartet in diesem Jahr eine stärkere Grippewelle als in den vergangenen Jahren. Er rechnet damit, dass der Höhepunkt der Influenzainfektionen hierzulande in den nächsten drei Wochen erreicht wird.
Auch eingeschränkter Impfschutz hilft
Trotz der geringeren Wirkung des Impfstoffes sprechen sich die Infektionsforscher für eine Impfung aus. „Teilweiser Schutz ist besser als keiner. Daher sollte man sich dennoch impfen lassen, auch wenn die Impfung gegen einen Stamm weniger gut schützt, als erwartet", empfiehlt Guzmán. Sein Kollege, Klaus Schughart, ergänzt: „Außerdem schützt der diesjährige Impfstoff gegen mehrere Viren – das saisonale H1N1, das Influenza-B-Virus und das besagte H3N2-Virus. Eine gute Schutzwirkung gegen die H1N1- und Influenza-B-Viren ist gegeben“, ergänzt Schughart.
Die Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch-Instituts (RKI) berichtet kontinuierlich über die Anzahl der gemeldeten Influenzainfektionen in Deutschland. Seit Beginn des Ausbruchs in dieser Saison gab es demnach bereits mehr als 18.000 Grippefälle.
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