Multiple Sklerose
25.05.2016
Thomas Koch
Forscher decken Abwehrdefizit auf und finden passenden Wirkstoff für den schubförmigen Verlauf.
Natürliche Killerzellen (NKZ) sind Spezialisten, wenn es um die unspezifische Abwehr pathogener Erreger geht. Bei Menschen mit Multipler Sklerose ist dies anders. Vor den Effektor-T-Zellen, die die Nervenzellen der Betroffenen schädigen, schützen die Killerzellen nur unzureichend. Dies entdeckten Forscher der Universitäten Münster und München. Die beteiligten Neurobiologen und Neuropathologen sprechen mit dieser Entdeckung von einem „Meilenstein“. Sie konnten den molekularen Mechanismus aufzeigen, wie Killerzellen das Immunsystem vor autoreaktiven T-Zellen bei nicht Erkrankten schützen.
Wirkstoff zur Stärkung der Killerzellen zugelassen
Weiter entdeckten sie, dass die Abwehrmechanismen des Immunsystems bei Multipler Sklerose nicht greifen und die T-Zellen spezielle Strategien anwenden, um die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und so die Schutzschicht der Nervenzellen zu schädigen. Laut einer Presseinformation der Universitätsklinik Münster ist der Wirkstoff Daclizumab dazu in der Lage, die Abwehrfunktion der natürlichen Killerzellen zu stärken, damit diese die T-Zellen wirksamer bekämpfen können. Das Präparat wurde von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA nach erfolgreichen Phase-II- und Phase-III-Studien bei MS-Patienten zur Zulassung empfohlen. An der Studie zur Wirksamkeit des Medikaments waren die Neuroimmunologen aus Münster beteiligt. Die Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“.
Quelle
Universitätsklinikum Münster
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